Gedenkstunde zum 9. NovemberIn einer Gedenkstunde zum 9. November gedachte die SPD-Rastatt den Opfern der Pogromnacht 1938. Klaus Winterhoff las hierzu zeitgenössische Texte auf dem Rastatter Marktplatz vor. Die Namen der ermordeten Rastatter Mitbürger verlas Bernd Schlögl.
Neben Ernst Kopp, Landtagskandidat und Bürgermeister aus Bietigheim, Claudia Peter von der IG Metall und Pfarrer Ralf Dickerhof konnten zahlreiche Gäste begrüßt werden. Die BNN berichtete wie folgt:
Mit Kerzenlicht und vorgetragenen Texten gedachte die Rastatter SPD am Dienstagabend der „Reichskristallnacht“ vor 72 Jahren und erinnerte an weitere Ereignisse des 9. Novembers in der deutschen Geschichte. „Der 9. November birgt alles, was die deutsche Geschichte zu bieten hat. Vom größten Verbrechen der Deutschen bis zu unserem größten Glück, dem Mauerfall von 1989“, sagte Vorsitzender Bernd Schlögl.
Hedwig Bär, Julius Ettlinger, Elsa Dreyfuß und Salomon Kuppeheimer sind vier von 59 Namen, die Schlögl den Versammelten zuruft. Sie alle haben gemein, dass sie einst Rastatter Bürger waren und im Zuge der nationalsozialistischen Herrschaft in Konzentrationslagern ums Leben kamen, weil sie Juden im Sinne der nationalsozialistischen Gesetzgebung waren. Ihnen und anderen Opfern des Dritten Reichs gedachten die rund 25 Personen, die dem Auf-ruf der Rastatter Sozialdemokraten gefolgt waren, sich zu einer Gedenkstunde anlässlich des 9. Novembers zu treffen.
Schlögl erinnerte an weitere Besonderheiten des 9. Novembers in der deutschen Geschichte: Von der Ermordung Robert Blums 1848, die Ausrufung der Republik durch Philipp Scheidemann am Ende des Ersten Weltkriegs über die Reichskristallnacht von 1938 bis hin zum Mauerfall. Klaus Winterhoff erinnerte daran, wie sich die so genannte Reichskristallnacht und die darauf folgenden Tage in Rastatt und Umgebung abspielten. Dabei zitierte er aus Zeitungsberichten, las aus zeitgenössischen Fernschreiben vor und berichtete von antisemitischen Parolen, die an jüdische Häuser geschmiert wurden. „Mir ist es ein Anliegen, die Erinnerung daran wach zu halten“, erklärte Winterhoff im BNN-Gespräch.