Blumenladen am Waldfriedhof: SPD sorgt sich um Friedhöfe „erster und zweiter Klasse“

Veröffentlicht am 06.04.2018 in Fraktion
SPD-Fraktion Ortstermin Waldfriedhof

„Meine vier Mitarbeiterinnen und ich wollen das einfach nur noch hinter uns bringen. Jahrelang habe ich gekämpft – ohne Erfolg. Ich bin einfach zermürbt“; bringt es Marion Greiser im Gespräch mit der SPD-Fraktion im Rastatter Gemeinderat auf den Punkt. Zum 16. Juni schließt sie ihren Blumenladen am Waldfriedhof. Schimmel, Feuchtigkeit, Wasser innen an den Fenstern, Regenwassereinbrüche im Keller, nur ein winziges Oberlicht zum Lüften – all diese und noch mehr baulichen Mängel hat sie der Stadtverwaltung in den letzten zwölf Jahren immer wieder vorgetragen. Passiert ist – nichts.

Grund genug für die SPD-Fraktion im Rastatter Gemeinderat, sich nun selber ein Bild von dem Zustand der Immobilie zu machen und das Gespräch mit der Floristin zu suchen. Gekommen waren sieben Stadträte und Vertreter des SPD-Vorstandes. Marion Greiser fühlt sich im Stich gelassen von der Stadt, die sie immer wieder vertröstet hat: „Wenn die Stadt regelmäßig in die Instandhaltung ihrer eigenen Immobilie investiert hätte, wie es jeder Eigentümer machen sollte, müssten wir jetzt nicht schließen.“  Jahrelanger Schimmelbefall führte im Mai 2017 schließlich zu einem Gutachten, in dem der gesundheitsschädliche Zustand der Immobilie bestätigt wurde. Auch danach sei aber von der Stadt aus nichts passiert. Erst bei einem Gespräch im November 2017 habe ihr der Geschäftsführer des Eigenbetriebs Wohnungswirtschaft dann eröffnet, dass das Geschäft ein Jahr schließen müsse, wenn es renoviert werden solle. Marion Greiser: „So weit hätte es nicht kommen müssen und dürfen. Die Leidtragenden sind nun die Angehörigen, die nun auf den Service des Blumengeschäftes verzichten müssen.“

Genau dieser Punkt treibt auch die SPD-Fraktion um. Abgesehen von der Frage, warum die Stadt ihre Immobilie fahrlässig „verranzt und an die Wand gefahren“ (Joachim Fischer)  habe, stellt sich nun aus Sicht der SPD ein grundsätzliches Problem. SPD-Stadtrat Walter Renschler: „Wenn bei zwei innerstädtischen Friedhöfen einer ein Blumengeschäft hat und der andere nicht, haben wir Friedhöfe erster und zweiter Klasse.“ Dies, so die Sorge der SPD, könnte sich künftig bei den Bestattungszahlen bemerkbar machen.

Die SPD erwartet nun von der Stadt, ein Konzept für das künftige  Angebot am Waldfriedhof und dessen bauliche Umsetzung dem Gemeinderat vorzulegen. Wenn der Eigenbetrieb eine einjährige Schließung ankündige, müssten dort doch Pläne in der Schublade liegen. Denkbar sei beispielsweise eine Kombination mit der Grabpflege des Genossenschaftsverbandes oder auch – so ein Vorschlag von Bernd Schlögl, zweiter Vorsitzender des SPD-Ortsvereins - ein Café mit kleiner Bewirtung. Bei allen Gedankenspielen: Wichtig sei, dass nun Bewegung in die Sache komme. Daher hat zwischenzeitlich der SPD-Fraktionsvorsitzende Joachim Fischer mit Schreiben vom 5. April bei der Stadtverwaltung beantragt, den Punkt  „Baulicher Zustand des Blumengeschäftes am Waldfriedhof und Optionen der baulichen Weiterentwicklung“ auf die Tagesordnung  der übernächsten Gemeinderatsitzung zu nehmen.

Schließlich geh es nicht nur um den Blumenladen, ganz allgemein mache der Waldfriedhof einen teilweise trostlosen Eindruck: Eine so gut wie nicht ausgeschilderte Friedhofsverwaltung, überwiegend defekte Leuchtmittel im Außenbereich und gerade mal sechs intakte Handwagen vermittelten, so die SPD-Stadträte, „Endzeitstimmung“ . So schön und gepflegt der Stadtfriedhof sei – beim Waldfriedhof gibt es noch viel Luft nach oben, so die SPD-Fraktion.

 

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