Umbenennung der Hindenburgbrücke in Willy-Brandt-Brücke

Veröffentlicht am 22.01.2019 in Fraktion

Antrag der SPD-Fraktion zur (so genannten) „Hindenburgbrücke“ / Umbenennung in oder erstmalige Benennung als „Willy-Brandt-Brücke“

In Bezug auf einen Artikel im „Badischen Tagblatt“ vom Samstag, 19.01.2019, in der der Autor Rainer Boos nach einer Recherche im Kreisarchiv davon berichtet, es sei zumindest nach seinen Recherchen nicht nachvollziehbar, wieso der noch bis in die 1980-er Jahre im Adressbuch der Stadt vermerkte Name „Friedensbrücke“ durch eine nach dem Neubau der Brücke angebrachte Beschilderung mit „Hindenburgbrücke“ abgelöst wurde.

Wir möchten daran erinnern, dass die SPD-Fraktion bereits 2013 einen Antrag gestellt hatte, die Namen „Hindenburgbrücke“ und „Hindenburgstraße“ zu löschen und mit anderen Namensgebern, die als Vorbilder für Demokraten dienen können, zu besetzen. Leider war diesem Antrag trotz Unterstützung durch Oberbürgermeister Pütsch (wir erinnern uns dran, dass er auch dafür stimmte), keine Mehrheit im Gemeinderat vergönnt.
Der genannte Artikel bewegt uns zum einen zu der Anfrage, ob es denn – sofern sich das mit vertretbarem Aufwand recherchieren lässt – überhaupt einen Beschluss des Gemeinderates oder eines Ratsausschusses gibt, der die Benennung dieser Brücke mit dem Namen „Hindenburg“ zum Inhalt hat.

Da es zudem schön und historisch zutreffend wäre, den ursprünglichen Namen „Friedensbrücke“ sinngemäß wieder zum Leben zu erwecken, erscheint eine Um- bzw. Neubenennung mit dem Namen eines Friedensnobelpreisträgers, nämlich Willy-Brandt, naheliegend.

Demgegenüber dürften der ursprüngliche Name „Friedensbrücke“ und der jetzige Name gegensätzlicher kaum sein, da der jetzige Namenspatron mit der Ernennung A. Hitlers zum Reichskanzler dem größten Verbrecher in der deutschen Geschichte das Staatsamt übertrug, das für diesen der Beginn einer zwölfjährigen Amtszeit war, die von Diktatur, Terror, Folter, Mord, Krieg und weitgehender Vernichtung ganzer Volksgruppen geprägt war.

Es hat seinen guten Grund, warum zahlreicher andere Städte – unter anderem Bühl und Freiburg – den Namen „Hindenburg“ als Namenspatron öffentlicher Straßen und Plätze nicht für vorzeig- und vermittelbar halten und diese umbenannt haben. Für diejenigen, die dies anders beurteilen, bleibt als „Trost“ ja derzeit immer noch die „Hindenburgstraße“ im Rastatter Zay.

Zumindest entfällt bei der Brücke die Notwendigkeit, Führerscheine oder Ausweisdokumente, Visitenkarten oder Briefpapier ändern lassen zu müssen. Somit erscheint die Umbenennung ein tragfähiger Kompromiss zwischen prinzipiellen und praktischen Erwägungen.

Die SPD beantragt daher, den TOP  „Umbenennung der Hindenburgbrücke in Willy-Brandt-Brücke“ auf die Tagesordnung des Gemeinderates zu setzen. Dies kann gerne auch im März oder April und muss nicht bereits auf der übernächsten Sitzung geschehen.

 

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