auf den folgenden Seiten finden Sie die Presseberichte
aus dem BT, vom 07.01.2014, Rastatt (mt)
Ganz im Zeichen von Frieden und Europa
aus den BNN vom 07.01.2014, von Michael Janke
Barockstadt einst kurze Zeit „Nabel der Welt“
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Ganz im Zeichen von Frieden und Europa
aus den BNN vom 07.01.2014, von Michael Janke
Barockstadt einst kurze Zeit „Nabel der Welt“
aus dem BT, vom 07.01.2014, Rastatt (mt)
Ganz im Zeichen von Frieden und Europa
Beim Neujahrsempfang der SPD entfällt der kommunalpolitische Ausblick zugunsten der Betrachtungen über den "Rastatter Frieden"
Ganz im Zeichen von Frieden und Europa stand der Neujahrsempfang der Rastatter SPD im Wehrgeschichtlichen Museum (WGM). Es galt an den "Frieden zu Rastatt" zu erinnern, dessen Vertragsunterzeichnung im Rastatter Schloss sich in diesem Jahr zum 300. Mal jährt.
Und es galt daran zu erinnern, wie dieser Friede sich auf das damalige Europa wohltuend ausgewirkt hat und wie wichtig die Friedensjahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs für Europa waren. Und wie wichtig es ist, immer wieder daran zu erinnern, dass Europa nur in einem friedlichen Miteinander der Staaten und ihrer Menschen Gegenwart und Zukunft hat.
Um weiter an Europa zu bauen und zu verbessern, seien die Europawahlen in diesem Jahr ein weiterer wichtiger Baustein, führte der stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Louis Reiß die historische Linie bis zur Gegenwart. In drei Städten - Utrecht, Rastatt und Baden in der Schweiz - wurde und wird 2013 und 2014 besonders an das Ende des Spanischen Erbfolgekriegs gedacht, das mit der Unterzeichnung des Friedensvertrags besiegelt wurde. Wie entscheidend es damals und auch heute noch war, dass zwischen den Großmächten ein Gleichgewicht herrschte, das stellte Professor Gunter Kaufmann in prägnanter Form vor. 1700 war der letzte Habsburger auf dem spanischen Königsthron kinderlos gestorben, was aufgrund seiner degenerativen Persönlichkeit schon vorher klar war.
Der ausgehandelte potenzielle Nachfolger, Herzog Ferdinand von Bayern, war allerdings schon ein Jahr früher verstorben, so dass der Sonnenkönig, Ludwig XIV. von Frankreich, kurzerhand seinen Enkel, Philipp von Anjou, auf den Thron setzte. Die Bourbonen sitzen heute noch in direkter Linie auf dem spanischen Königsthron. Damit waren aber die Habsburger in Wien und das Heilige Römische Reich Deutscher Nation keineswegs einverstanden, und es kam zu einem "ersten" Weltkrieg, denn die Kolonien waren in das blutige Kriegsgeschehen eingebunden.
Drei Friedensschlüsse waren notwendig, so Gunter Kaufmann, weil Frankreich mit drei ehemaligen Kriegsgegnern separat Frieden schließen musste. Nach den Verwüstungen in Mitteleuropa - Baden war als Grenzland besonders betroffen und der Markgraf Ludwig Wilhelm starb an den Folgen einer Kriegsverletzung - also der Friede, der Großbritanniens Stellung als Großmacht begründete und auf dem europäischen Festland ein Gleichgewicht der Kräfte (Frankreich, Spanien, "Deutsches Reich" und Habsburger) herstellte.
Warum gerade Rastatt als Ort des Friedensschlusses? Dieser Frage ging Dr. Alexander Jordan nach, der erst einmal lapidar feststellte, dass die Barockstadt auf halbem Weg zwischen Paris und Wien läge und ein ausreichend großes und unzerstörtes Schloss für die Unterhändler und ihre jeweilige Entourage zur Verfügung stellen konnte. So trafen sich Marschall Villar (Frankreich) und Prinz Eugen von Savoyen (Habsburg und "Deutsches Reich"), um die Bedingungen, die in Utrecht ausgehandelt wurden, noch einmal zu besprechen und zu unterzeichnen. Er verwies darauf, dass in der Ausstellung, die zuerst in Utrecht, seit Dezember 2013 in Madrid und ab dem 7. März in Rastatt zu sehen sein wird, viele Originale gezeigt werden, dass es bereits einen Ausstellungskatalog gibt und vielfältige Vorträge in diesem Jahr das Ereignis aufarbeiten. Mitte des Jahres werde dann der Ausbruch des "Ersten Weltkriegs" in den Fokus rücken, und auch an den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren werde erinnert. Allerdings ohne besondere Veranstaltungen, so Alexander Jordan, da waren die Kapazitäten des WGM ausgeschöpft.
aus den BNN vom 07.01.2014, von Michael Janke
Barockstadt einst kurze Zeit „Nabel der Welt“
Neujahrsempfang der Sozialdemokraten im Gartensaal des WGM steht ganz im Zeichen des „Rastatter Friedens“
Rastatt (rjk). Vor 300 Jahren war die Barockstadt für kurze Zeit der „Nabel der Welt“. Ganz im Zeichen des „Rastatter Friedens“ von 1714, mit dem außer dem Spanischen Erbfolgekrieg auch eine hundertjährige Periode der Religions- und Hegemonialkriege in Europa beendet und ein „Frieden für Europa“ erreicht wurde, stand am Sonntag der Neujahrsempfang der Rastatter Sozialdemokraten.
Nachdem der stellvertretende SPD-Ortsvereinsvorsitzende Louis Reiß rund 30 Gäste im Gartensaal des Wehrgeschichtlichen Museums (WGM) begrüßt hatte, führte Museumsleiter Alexander Jordan kurz ins Thema ein und gab einen Überblick über die in diesem Jahr anstehenden Ausstellungen. „Das WGM ist ein wunderbarer Ort, um sich diesem Thema zu nähern“, betonte Jordan und erklärte mit Blick auf die vom 7. März bis 15. Juni im Residenzschloss gezeigte Ausstellung „Friedensstädte. Die Verträge von Utrecht, Rastatt und Baden 1713 bis1714“ (Eröffnung am 6. März), dass es sich bei dem Ausstellungs-Projekt um eine „Kooperation in europäischem Rahmen“ handele. Die in den Jahren 1713/14 in harten Verhandlungen erzielten Friedensschlüsse von Utrecht, Rastatt und Baden seien die Grundlage gewesen für „eine lange Zeit des Friedens in Europa“. In der Beschäftigung mit dieser Zeit könne man sehen, „welch große Bedeutung der Frieden hat und wie kräftig daran gearbeitet werden muss“. Ein weiteres „Jubiläum“, dem man sich in diesem Jahr widmen werde, sei der Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren. „Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts.“ Mit diesen Worten des „Friedenskanzlers“ und Friedensnobelpreisträgers Willy Brandt läutete SPD-Stadtrat Gunter Kaufmann einen Lichtbildvortrag zum „weltweit ausgetragenen Spanischen Erbfolgekrieg“ ein. Er beleuchtete darin unter anderem die Rolle des 1704 in der Schlacht am Schellenberg bei Donauwörth schwer verwundeten und 1707 seinen Verletzungen erlegenen Markgrafen Ludwig Wilhelm von Baden. Auch verwies Kaufmann auf die historische Bedeutung der Friedensschlüsse und das „europäische Gleichgewicht“, das sich nach Abschluss der Verträge eingestellt habe. Ein kurzes Grußwort sprach der SPD-Fraktionschef im Rastatter Gemeinderat, Joachim Fischer.